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Perimenopause & Menopause · Hormontherapie

Menopause und Hormontherapie: Nutzen und Risiken individuell abwägen

Welche Behandlung passt zu mir?

Für
Frauen mit Beschwerden in Perimenopause und Menopause
Praxis
Bahnhofstrasse 3, 8610 Uster

Die Menopause ist keine Krankheit. Beschwerden im Zusammenhang mit Perimenopause und Menopause können jedoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, Schlafstörungen, urogenitale Beschwerden oder Veränderungen von Stimmung und Wohlbefinden können Anlass für eine medizinische Beratung sein. Eine mögliche Behandlung ist die menopausale Hormontherapie.

Hände in einem senfgelben Strickpullover halten eine Tasse Tee in einem sonnigen Herbstgarten

Was kann eine Hormontherapie behandeln?

Eine menopausale Hormontherapie ist insbesondere eine wirksame Behandlung belastender vasomotorischer Beschwerden wie Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen. Auch andere menopausale Beschwerden können bei der Therapieentscheidung eine Rolle spielen.

Bei vaginalen und urogenitalen Beschwerden kann abhängig von der individuellen Situation insbesondere eine lokale Östrogentherapie infrage kommen.

Perimenopause

Nicht jede Frau braucht eine Hormontherapie

Menopausale Beschwerden sind individuell sehr unterschiedlich: Einige Frauen benötigen keine medikamentöse Behandlung, andere wünschen aufgrund belastender Beschwerden eine Therapie. Neben hormonellen Verfahren können abhängig von der Symptomatik auch nicht hormonelle, psychologische und lebensstilbezogene Ansätze infrage kommen.

Die Behandlung sollte sich an der Frau orientieren – nicht die Frau an einem starren Behandlungsschema.

Die Frage sollte nicht lauten: «Hormone – ja oder nein?»

Sondern: «Welche Beschwerden bestehen, welche individuellen Voraussetzungen liegen vor – und welche Behandlung bietet in meiner persönlichen Situation ein günstiges Verhältnis von Nutzen und Risiken?»

Wann kann eine Hormontherapie sinnvoll sein?

Für die Entscheidung sind unter anderem relevant:

  • Art und Stärke der Beschwerden
  • Alter
  • Zeitpunkt der Menopause
  • Eigene und familiäre Krankengeschichte
  • Individuelle Risikofaktoren
  • Vorhandene Gebärmutter
  • Medikamente
  • Behandlungsziele
  • Persönliche Präferenzen

Gerade deshalb sollte die Entscheidung individuell getroffen werden.

Brauche ich vorher einen Hormonstatus? Nicht automatisch. Bei Frauen über 45 mit typischen Beschwerden ist ein routinemässiger Hormonstatus zur Diagnose der Perimenopause beziehungsweise Menopause häufig nicht erforderlich.

Brauche ich einen Hormontest?

Präparat und Anwendungsform

Östrogen allein oder Kombination? Hier sehen Sie, was jeweils gilt:

Wenn die Gebärmutter vorhanden ist
Bei systemischer Östrogentherapie muss in der Regel zusätzlich ein Gestagen beziehungsweise Progesteron zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut berücksichtigt werden.
Nach Entfernung der Gebärmutter
Nach vollständiger Hysterektomie kann, soweit eine Hormontherapie medizinisch geeignet ist, in der Regel eine Östrogentherapie ohne Gestagen eingesetzt werden. Besondere Situationen können eine abweichende Beurteilung erforderlich machen.

Tablette, Gel oder Pflaster? Hormone können auf unterschiedliche Weise verabreicht werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Orale Präparate
  • Transdermale Pflaster
  • Gele und andere transdermale Anwendungen
  • Lokale vaginale Präparate

Die verschiedenen Applikationsformen sind nicht in jeder Hinsicht gleich. Die Wahl sollte deshalb individuelle Risiken, Begleiterkrankungen, Beschwerden und Präferenzen berücksichtigen.

Welche Risiken müssen berücksichtigt werden?

Eine seriöse Beratung zur Hormontherapie sollte mögliche Vorteile und Risiken gemeinsam besprechen. Je nach Therapieform und individueller Situation können unter anderem relevant sein:

  • Brustkrebsrisiko
  • Venöse Thromboembolien
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schlaganfallrisiko
  • Blutungsmuster
  • Endometrium (Gebärmutterschleimhaut)
  • Lebererkrankungen
  • Eigene und familiäre Krankengeschichte

Risiken sollten weder verharmlost noch pauschal überbewertet werden.

Entscheidend ist das individuelle Nutzen-Risiko-Profil.

Dauer und Verlaufskontrolle

Muss eine Hormontherapie mit 60 beendet werden? Nicht allein aufgrund eines bestimmten Geburtstags. Mit zunehmendem Alter und zunehmendem Abstand zur Menopause verändert sich jedoch das Nutzen-Risiko-Profil. Eine fortgesetzte Behandlung sollte deshalb regelmässig gemeinsam überprüft werden.

Nach Beginn einer Hormontherapie sollte überprüft werden:

  1. Haben sich die Beschwerden verbessert?
  2. Sind Nebenwirkungen aufgetreten?
  3. Sind Dosis und Präparat passend?
  4. Hat sich die gesundheitliche Situation verändert?

Eine Therapie ist keine einmalige Entscheidung, sondern sollte im Verlauf angepasst werden können.

Hormontherapie, Psyche und Brain Fog

Psyche
Psychische Beschwerden in Perimenopause und Menopause erfordern eine differenzierte Beurteilung. Eine Hormontherapie ist nicht automatisch eine Behandlung einer klinischen Depression. Besteht eine depressive Erkrankung, sollte diese als solche diagnostiziert und angemessen behandelt werden. Gleichzeitig können menopausale Beschwerden, Schlaf und psychische Gesundheit miteinander zusammenhängen.
Brain Fog
Subjektive Konzentrations- und Gedächtnisprobleme werden während der Menopause häufig berichtet. Eine Hormontherapie sollte jedoch nicht mit dem Versprechen eingesetzt werden, die kognitive Leistungsfähigkeit generell zu verbessern oder einer Demenz vorzubeugen. Die Ursachen von Konzentrationsproblemen sollten vielmehr individuell beurteilt werden.

Psyche, Schlaf und Brain Fog

Häufige Fragen

Wie lange kann man Hormone nehmen?

Eine Hormontherapie muss nicht allein aufgrund eines bestimmten Geburtstags beendet werden. Weil sich das Nutzen-Risiko-Profil mit zunehmendem Alter und Abstand zur Menopause verändert, sollte eine fortgesetzte Behandlung regelmässig gemeinsam überprüft werden.

Brauche ich Progesteron?

Wenn die Gebärmutter vorhanden ist, muss bei einer systemischen Östrogentherapie in der Regel zusätzlich ein Gestagen beziehungsweise Progesteron zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut berücksichtigt werden. Nach vollständiger Hysterektomie kann, soweit eine Hormontherapie medizinisch geeignet ist, in der Regel eine Östrogentherapie ohne Gestagen eingesetzt werden. Besondere Situationen können eine abweichende Beurteilung erforderlich machen.

Pflaster oder Tablette?

Hormone können unter anderem als Tablette, als Pflaster oder Gel über die Haut oder lokal vaginal angewendet werden. Die Formen sind nicht in jeder Hinsicht gleich; die Wahl sollte individuelle Risiken, Begleiterkrankungen, Beschwerden und Präferenzen berücksichtigen.

Was ist mit dem Brustkrebsrisiko?

Das Brustkrebsrisiko muss differenziert nach Art und Dauer der Hormontherapie sowie individuellen Risikofaktoren betrachtet werden; eine vorausgegangene Brustkrebserkrankung erfordert eine besondere medizinische Beurteilung. Pauschale Aussagen in die eine oder andere Richtung werden der Situation nicht gerecht.

Individuelle Beratung statt «Hormone ja oder nein»

Dr. Karl-Heinz Bauer verbindet die gynäkologische Beurteilung mit einer Betrachtung von Schlaf, Psyche, körperlicher Gesundheit, Lebenssituation und individuellen Behandlungszielen. Melden Sie sich über das Formular «Beratung anfragen» oder buchen Sie einen Termin auf OneDoc.