Perimenopause & Menopause · Psyche & Schlaf
Psyche, Schlaf & Brain Fog in Perimenopause und Menopause
Wenn sich in der Perimenopause nicht nur der Zyklus verändert.
- Für
- Frauen mit Veränderungen von Stimmung, Schlaf oder Konzentration
- Praxis
- Bahnhofstrasse 3, 8610 Uster
Hormone oder Psyche? Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. Diese Seite zeigt, was sich an Stimmung, Schlaf und Konzentration verändern kann, was der Begriff Brain Fog beschreibt, warum Depression und ADHS dabei eigens betrachtet werden und welche Rolle Psychotherapie spielen kann.

Was Frauen häufig beschreiben
- «Ich schlafe nicht mehr richtig.»
- «Ich bin viel schneller gereizt.»
- «Ich fühle mich erschöpft.»
- «Ich kann mich schlechter konzentrieren.»
- «Ich erkenne mich manchmal selbst nicht wieder.»
Solche Beschwerden werden von Frauen in Perimenopause und Menopause häufig beschrieben. Sie sollten ernst genommen werden. Gleichzeitig ist nicht jede psychische, kognitive oder körperliche Veränderung automatisch durch die Menopause verursacht. Eine gute medizinische Beurteilung versucht deshalb, die unterschiedlichen Einflussfaktoren voneinander zu unterscheiden.
Psyche und hormonelle Übergangsphase
Perimenopause und Menopause können zeitlich mit Veränderungen von Stimmung und psychischem Wohlbefinden verbunden sein. Möglich sind beispielsweise:
- Stimmungsschwankungen
- Reizbarkeit
- Depressive Symptome
- Ängstlichkeit
- Innere Unruhe
- Erschöpfung
- Verminderte Belastbarkeit
Dabei muss unterschieden werden zwischen menopausenbezogenen Beschwerden und einer eigenständigen psychischen Erkrankung. Beides kann auch gleichzeitig bestehen.
Schlafprobleme und ihre Folgen
Schlafprobleme gehören zu den wichtigen Beschwerden dieser Lebensphase. Nächtliche Hitzewallungen und Schweissausbrüche können den Schlaf unterbrechen. Schlafprobleme können aber auch unabhängig von Hitzewallungen bestehen.
Und schlechter Schlaf hat wiederum Folgen. Er kann unter anderem beeinflussen:
- Konzentration
- Gedächtnis
- Stimmung
- Reizbarkeit
- Energie
- Belastbarkeit
Deshalb sollte bei Konzentrationsproblemen immer auch nach dem Schlaf gefragt werden.
Was bedeutet Brain Fog, und ist er hormonell?
«Brain Fog» ist keine eigenständige medizinische Diagnose. Der Begriff wird häufig verwendet, um subjektiv erlebte Veränderungen zu beschreiben, beispielsweise:
- Konzentrationsprobleme
- Vergesslichkeit
- Schwierigkeiten beim Abrufen von Informationen
- Probleme bei Multitasking
- Gefühl geistiger Verlangsamung
- Schnelleres Gefühl von Überforderung
Die Beschwerden können belastend sein. Der Begriff allein erklärt jedoch noch nicht ihre Ursache.
Ist Brain Fog hormonell? Das lässt sich nicht allein anhand des Symptoms entscheiden. In der Perimenopause können hormonelle Veränderungen eine Rolle spielen. Gleichzeitig können beispielsweise relevant sein:
- Schlafmangel
- Depression
- Angst
- Chronischer Stress
- Psychosoziale Belastung
- Medikamente
- Körperliche Erkrankungen
- Schilddrüsenstörungen
- ADHS
- Andere Ursachen
Deshalb sollte die Frage nicht nur lauten: «Wie bekomme ich meinen Brain Fog weg?»
Sondern zunächst: «Was trägt bei mir zu diesen Beschwerden bei?»
Depression oder Menopause?
Eine depressive Erkrankung sollte nicht vorschnell als «nur Wechseljahre» eingeordnet werden. Umgekehrt können menopausale Beschwerden und Schlafprobleme die psychische Gesundheit beeinflussen. Relevant sind beispielsweise:
- Beginn und zeitlicher Verlauf
- Frühere depressive Episoden
- Zusammenhang mit anderen menopausalen Beschwerden
- Schlaf
- Psychosoziale Belastungen
- Angst
- Körperliche Faktoren
- Ausmass der Beeinträchtigung
Und was ist mit ADHS?
Bei Konzentrationsproblemen in der Lebensmitte entsteht zunehmend die Frage nach ADHS. Hier ist besondere diagnostische Sorgfalt erforderlich.
ADHS ist eine neuroentwicklungsbezogene Störung und beginnt nicht erstmals mit der Menopause. Eine bislang nicht erkannte ADHS kann allerdings erst in dieser Lebensphase zum Thema werden. Gleichzeitig können Schlafprobleme, psychische Beschwerden und menopausale Veränderungen Symptome erzeugen, die teilweise ähnlich erlebt werden.
Psychotherapie und kognitive Verhaltenstherapie
Psychologische Verfahren können bei bestimmten Beschwerden in Perimenopause und Menopause hilfreich sein. Menopausenspezifische kognitive Verhaltenstherapie kann beispielsweise bei bestimmten vasomotorischen Beschwerden, Schlafproblemen und psychischen Symptomen eine Behandlungsoption darstellen.
Das bedeutet nicht, dass die Beschwerden «nur psychisch» sind. Psychologische Behandlung und körpermedizinische Behandlung sind keine Gegensätze.
Der interdisziplinäre Ansatz
Die Verbindung von Gynäkologie, Psychosomatischer Medizin, Psychotherapie und Psychologie ermöglicht eine gemeinsame Betrachtung von körperlichen und psychischen Beschwerden.
Hormone ODER Psyche ist häufig die falsche Frage.
Die entscheidende Frage lautet: Welche körperlichen, hormonellen, psychischen und sozialen Faktoren wirken im individuellen Fall zusammen?
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